Kunstgenuss

Das Prinzip aller Dinge ist Wasser; aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück.
[Thales von Milet]

Vorwort

Tagebuch einer Reise durch das alte AmerikaHildegard Schultze war für mich eine der Faszinierernsten Frauen, nie erreichte Sie großen Ruhm aber in Ihrer Lebensgeschichte hatte Sie immer wieder faszinierende Punkte die Sie zu einer Zeit auskostete in denen andere es noch weitaus schwerer hatten als Sie. Hildegard war meine Großmutter und über viele Jahre hörte ich Ihr immer wieder gebannt zu. Aber erst nach Ihrem Tode mit diesem Reisetagebuch, wurde mir klar wie viele Geschichten unerzählt und ungeschrieben bleiben.

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Kapitel 1 - Die Überfahrt

Tagebuch einer Reise durch das alte Amerika20.Januar.1935
Der beginn meiner Reise war gar nicht gemütlich. Bei scharfer Kälte und Schneegestöber hatte ich zu früher Stunde, lange vor Tagesanbruch, in Nacht und grauen Berlin verlassen müssen, um rechtzeitig in Bremen einzutreffen. Die Direktion des Norddeutschen Lloyd hatte mich telegraphisch benachrichtigt, dass der Zug früher als ursprünglich angenommen, nämlich am 21. Januar schon drei Viertel auf sechs in der Frühe, Bremen verlassen werde. So folgte denn der ungemütlichen letzten Nacht ...

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Kapitel 2 - New York

Tagebuch einer Reise durch das alte AmerikaEs darf uns nicht in erstaunen versetzen, wenn den Amerikanern, die über den Ozean zu uns kommen, die Europäischen Verhältnisse oft recht kleinlich und dürftig erscheinen. Der auf das Gasthaus angewiesene Reisende ist in Amerika ohne Zweifel viel, viel besser aufgehoben als bei uns. Die guten Hotels sind aus unvergleichlich kostbarerem Material hergestellt und viel reicher und bequemer ausgestattet als die unsrigen. Die großen gemeinsamen Gesellschaftsräume im Erdgeschoss, die Lese-, Schreib-, Musik-, Spiel- und Rauchzimmer, die hydraulischen Aufzüge, die ...

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Kapitel 3 - Von New York nach Washington

Tagebuch einer Reise durch das alte AmerikaNew York, die großartige und imponierende Stadt, besitzt noch immer keinen einigermaßen ausständigen Bahnhof. Die Zumutungen, die die verschiedenen Eisenbahndirektionen an die Genügsamkeit des Publikums stellt, sind stark. Die Räumlichkeiten, in denen das Gepäck aufgegeben wird, die Wartesäle u.s.w. sind von jämmerlicher Beschaffenheit.
Ein jedes Land hat unzweifelhaft nicht bloß die Regierung, ...

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